- 334 Sportvereine investieren über 55 Millionen Euro in ihre Anlagen
- Weniger als die Hälfte der Vereine erhält wegen zu wenig Landesmitteln die vorgesehene 30-Prozent-Förderung
- Im Sportkreis Ravensburg werden 15 Bauprojekte mit insgesamt 273 860 Euro unterstützt
Sanieren, modernisieren, umbauen: Dafür haben in diesem Jahr 334 Sportvereine eine Förderzusage des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) erhalten. Die Investitionen der Vereine in ihre Sportanlagen liegen bei über 55 Millionen Euro, die Summe der Zuschüsse aus Landesmitteln beläuft sich auf rund 8,5 Millionen Euro. Die Förderquote liegt damit im Durchschnitt nur bei etwas über 15 Prozent anstatt der vom Land zugesagten 30 Prozent.
„Das Verhältnis von Zuschüssen zu Investitionen zeigt, dass wir meilenweit vom 30-Prozent-Ziel weg sind. Der Grund: Die vom Land bereitgestellten Fördermittel reichen nicht annähernd aus“, sagt WLSB-Präsident Andreas Felchle. In der Folge habe jetzt nicht einmal die Hälfte aller vom WLSB geförderten Vereine die 30 Prozent erhalten, bei jedem siebten Bauprojekt sei die Quote sogar unter 20 Prozent gerutscht, fügt Felchle hinzu.
Damit trotz der fehlenden Gelder in der Sportstättenbauförderung möglichst viele Vereine Unterstützung erhalten, haben der WLSB, wie auch die badischen Sportbünde, schon seit langem Förderhöchstsummen festgelegt. In der Folge werden bei einem neuen Kunstrasen, der um die eine Million Euro kosten kann, nur 400 000 Euro für die Berechnung des Zuschusses berücksichtigt und die Förderung sinkt von 300 000 auf 120 000 Euro. Ohne die Förderhöchstgrenzen läge die Summe der Zuschüsse in diesem Jahr bei fast 15 statt 8,5 Millionen Euro.
„Natürlich könnten wir die Deckelungen aufheben. Dann erhalten einige Vereine deutlich mehr. Alle anderen müssten jedoch sehr lange warten, bis sie an der Reihe sind oder gar jedes Jahr neue Förderanträge stellen“, erklärt der WLSB-Präsident. Beides sei noch viel schlechter als das aktuelle Verfahren mit den Deckelungen. „Es gibt nur einen Weg aus dem Dilemma. Das Land muss durch mehr Mittel seine Zusage einer 30-prozentigen Förderung endlich einlösen“, fordert Felchle.
Die Situation im Sportkreis Ravensburg
Im Sportkreis Ravensburg fördert der WLSB in diesem Jahr 14 Sportvereine für 15 Bauprojekte. Sie erhalten bei Investitionskosten von 3 539 100 Euro Zuschüsse von insgesamt 273 860 Euro. Sportkreis-Präsident Karlheinz Beck sagt dazu: „Mein Dank gilt den Vereinen, die in schwierigen Zeiten noch investieren und sanieren und damit einen wirtschaftlichen Mehrwert von 3 539 100 Euro im Sportkreis Ravensburg schaffen.“ Die Forderung unseres Präsidenten an das Land, durch Bereitstellung von mehr Mitteln endlich seine Zusage einer 30-prozentigen Förderung einzulösen, unterstütze ich voll.
Für die Berechnung des Zuschusses dürfen vom WLSB allerdings nur jene Ausgaben herangezogen werden, die direkt mit dem gemeinnützigen Sport- und Vereinsbetrieb in Verbindung stehen. Dies kann in Einzelfällen zu größeren Abweichungen zwischen den Gesamtkosten eines Projektes und dem zur Zuschussberechnung verwendbaren Kostenanteil führen.
Im Sportkreis Ravensburg haben folgende fünf Vereine die höchsten Zuschüsse erhalten:
|
Verein |
Projekt |
Investition |
Zuschuss |
|
RFV Wangen |
Neubau Reitanlage |
2 961 910 Euro |
132 440 Euro |
|
TC Wangen |
Sanierung Tennishalle |
138 260 Euro |
34 970 Euro |
|
FV Altshausen |
Umrüstung Beleuchtungsanlagen auf LED |
94 950 Euro |
26 210 Euro |
|
Vereinigte Schützengesellschaft Bad Waldsee |
Dachsanierung Vereinsheim |
60 210 Euro |
14 450 Euro |
|
TSG Bad Wurzach |
Sanierung Kegelanlage |
32 920 Euro |
9880 Euro |






